Krisen und Katastrophen
Telefonnummern für Notruf, Notfall und Störungen finden Sie hier:
Im Katastrophenfall
Die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, auch im Katastrophenfall, ist Aufgabe des Staates. Bund, Länder und private Hilfsorganisationen arbeiten dabei eng zusammen. Der Bund hat die Aufgabe, die Bevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren („Zivilschutz“) zu schützen. Die Länder sind für den Schutz vor großen Unglücken und Katastrophen in Friedenszeiten („Katastrophenschutz“) zuständig.
Sind im Fall einer Katastrophe Leben, Gesundheit, Umwelt, die lebenswichtige Versorgung der Bevölkerung oder erhebliche Sachwerte extrem gefährdet, erfordert die Bekämpfung eine zentrale Leitung. Die Zuständigkeit liegt dann bei den kreisfreien Städten und Landkreisen. Auf der Website unseres Landkreises finden Sie Infos zum Katastrophenschutz im Landkreis Lüneburg.
Hochwasser- und Deichschutz
Durch die direkte Lage an der Elbe genießt der Hochwasser- und Deichschutz in unserer Region besondere Aufmerksamkeit. Mehr dazu in Hochwasser-Broschüre und Deichverteidigungsordnung.
Kerntechnische Ereignisse/Jodtabletten
Auch für den Katastrophenschutz in der Nähe eines Kernkraftwerks ist der Landkreis zuständig. Zu den Vorkehrungen für einen kerntechnisches Ereignis mit weiträumigen Auswirkungen zählt die Verteilung von Jodtabletten im Ereignisfall, die sogenannte Jodblockade. Eine Einnahme von Jod kann vor schädlicher Strahlung schützen.
Um im Ernstfall eine schnelle Verteilung und korrekte Einnahme sicherzustellen, erhalten Sie auf der → Seite zu Jodtabletten bereits vorab Informationen zu den Ausgabestellen im Landkreis und Handlungsempfehlungen.
Wichtig: Die Ausgabe erfolgt ausschließlich im Ereignisfall und nicht vorsorglich!
Ab dem 45. Lebensjahr ist die Einnahme nicht mehr empfohlen. Mit steigendem Alter treten häufiger Stoffwechselstörungen der Schilddrüse auf. Eine solche funktionelle Autonomie erhöht die Gefahr von Nebenwirkungen.
Ausgabestellen in der Gemeinde Rullstorf:
- Feuerwehrgerätehaus Rullstorf
Stadtweg 5, 21379 Rullstorf - Feuerwehrgerätehaus Boltersen
Am Kirchwege 1 B, 21379 Rullstorf OT Boltersen
Alle Infos zur Ausgabe und Einnahme finden Sie zum Download auch im → Flyer Jodblockade.
Krisenvorsorge geht alle an
Schadensereignisse durch Extremwetter, aber auch Gefährdungen durch Pandemien, Terror, Blackouts und kriegerische Auseinandersetzungen sind näher an uns herangerückt. Hybride Angriffe treten vermehrt auf, die Gefahr von Anschlägen auf die Infrastruktur wächst. Damit steigt auch das Risiko für unsere Versorgung.
Doch auch wenn Bund und Länder Verantwortung übernehmen, sind die Kapazitäten begrenzt.
Tritt eine Krise ein, kann es dauern, bis staatliche Hilfe kommt. Wir alle sollten einige Zeit überbrücken können und für einen solchen Fall selbst vorsorgen. Inzwischen wird empfohlen, sich für rund 14 Tage selbst versorgen zu können. Das ist keine Panikmache, sondern macht uns im Ernstfall unabhängiger – und wir fühlen uns handlungsfähiger und weniger ausgeliefert.
Bevölkerungsschutz wird in Deutschland zu rund 98 % von Ehrenamtlichen getragen. Bisherige Ereignisse haben gezeigt, dass im Katastrophenfall die Hilfsbereitschaft durch spontane Helfer groß ist. Daraus ergibt sich eine doppelte Rolle: Wir können vorsorgen – und im Krisenfall mithelfen. Wer vorbereitet ist, schützt also nicht nur sich selbst, sondern kann auch andere unterstützen.
Wie Sie sich auf Krisen und Katastrophen vorbereiten können
Beim → Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) finden Sie Informationen zu Warnungen, Tipps für verschiedene Notsituationen, Ratgeber und Checklisten für Ihre persönliche Notfallvorsorge.
Eine aktuelle Broschüre des BBK fasst persönliche Vorbereitungs- und Handlungsempfehlungen für verschiedene Notsituationen zusammen.
Mit einem Klick auf das Bild können Sie sich den Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ herunterladen.
Möchten Sie den Ratgeber als gedrucktes Exemplar? Einige Broschüren haben wir in den Kästen vor dem Gemeindebüro (Rullstorf) und am Spielplatz Boltersen ausgelegt.
Sollten diese vergriffen sein, sind weitere Exemplare im Gemeindebüro erhältlich.
Das BBK stellt auch eine → Checkliste zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen bereit.
Gut zu wissen
Notfallvorsorge für Menschen mit Lebensunterstützungsgeräten
Fällt der Strom aus, können lebenserhaltende medizinische Geräte, die im häuslichen Umfeld betrieben werden (wie etwa zur Heimbeatmung, CPAP-Beatmung oder Herzunterstützung), nach dem Erschöpfen der Akkuladung ausfallen. Dies bedeutet für die betroffenen Personen eine unmittelbare Lebensgefahr.
Um dem Landkreis Lüneburg in der Rolle als Katastrophenschutzbehörde eine vorausschauende Planung sowie eine schnelle und bedarfsgerechte Hilfeleistung zu ermöglichen, werden Patientinnen und Patienten, deren Angehörige sowie alle beteiligten Personen gebeten, Informationen zu den vorhandenen Geräten und Betroffenen vorab im Rahmen der → Onlineabfrage des Landkreises zu melden.
Machen Sie sich bitte auf der Website des Landkreises mit den → Vorsorgemaßnahmen für einen möglichen Stromausfall und Empfehlungen zur persönlichen Notfallvorsorge für Menschen mit Lebensunterstützungsgeräten. vertraut!
Warnung und Kommunikation
Durch Warn-Apps wie KATWARN, BIWAPP oder NINA erhalten Sie rechtzeitig Gefahrenmeldungen und Entwarnungen auf Ihr Smartphone.
Trinkwasser
Das Wichtigste: Wasser! Zwei Liter pro Person und Tag gelten als Richtwert. Das entspricht etwa der benötigten täglichen Flüssigkeitszufuhr. Enthalten ist Wasser zum Kochen, doch denken Sie zusätzlich an Haustiere, die tägliche Hygiene oder Reinigung. Es darf also gern auch großzügiger geplant werden.
Lebensmittel
Einige Lebensmittelvorräte sind in jedem Haushalt schon vorhanden. Sie können schrittweise ausgebaut und durch länger haltbare Nahrungsmittel ergänzt werden. Bei der Zusammenstellung und Berechnung der Tagesmenge pro Person kann der → Vorratskalkulator des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat helfen.
Notfallausrüstung
Im Notfall sollten etwas Bargeld und wichtige Dokumente griffbereit sein. Auch Batterien, eine Powerbank fürs Smartphone, Taschenlampen, wichtige persönliche Medikamente, Ersatz für Brille/Contactlinsen oder Hörsysteme sowie ein Notvorrat an Hygieneartikeln sollten vorrätig sein.
Nicht nur in einem Bedrohungsszenario, sondern auch bei Naturgefahren, Feuer oder anderen Katastrophen kann es sein, dass Sie Ihr Zuhause vorübergehend schnell verlassen müssen. Hier hilft ein gepackter Notfallrucksack. Neben der oben erwähnten Ausrüstung empfiehlt sich dafür warme Kleidung, etwas Kleidung zum Wechseln, eine Regenjacke, wetterfeste Schuhe, eine Decke (oder ein Schlafsack) sowie eine gefüllte Wasserflasche.
Sollte der Strom ausfallen, können Sie mit einem kurbel-, batterie- oder solarbetriebenen Radio noch Rundfunkinformationen bekommen. Im Zeitalter von Fake News und Desinformation ist dabei wichtig zu wissen, welche Informationsquellen verlässlich sind.
Falls Handy und Telefon ausfallen: Wie erreichen Sie Ihre Angehörigen? Denken Sie an einen kleinen Notfallplan für die Familie, vereinbaren Sie einen Treffpunkt für den Krisenfall. Wir sind es nicht mehr gewohnt, doch wenn nichts mehr geht, sind die wichtigsten Kontaktdaten auf Papier notiert besser als digital unerreichbar.

